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Das sind Blidensteine !

Diese Bli­den­steine wur­den in Greiz gefun­den.

Lange vor dem Ein­satz von Kano­nen und Schwarz­pul­ver im 15. Jh. wur­den große Stein­ku­geln her­ge­stellt : Bli­den­steine. Diese Steine sind ca. 15 bis 120kg schwer. Im Mit­tel­al­ter dien­ten Sie als Geschosse für soge­nannte Bli­den (auch Tri­bok genannt). Das waren die größ­ten und genau­es­ten Wurf­ge­schütze, die man ab ca. 1200 in Deutsch­land kannte. In Thü­rin­gen wur­den sol­che Stein­ge­schosse z.B. auf der Run­neburg, Stadt Wei­ßen­see im Land­kreis Söm­merda, der Wys­burg bei Remp­ten­dorf im Saale-Orla-Kreis oder im obe­ren Schloss in Greiz gefun­den.

Bli­den funk­tio­nie­ren durch das Hebel­ge­setz. An einem lan­gen Arm wird eine Schlinge befes­tigt, in der der Bli­den­stein liegt. Am kur­zen Arm wird ein Gegen­ge­wicht befes­tigt. Diese Gewichte konn­ten meh­rere Ton­nen wie­gen. Vor dem Schuss und zum Bela­den musste das Gewicht hoch­ge­zo­gen wer­den, sodass der lange Arm am Boden lag. Löst man den Schuss aus, so saust das Gewicht des kur­zen Armes mit gewal­ti­ger Geschwin­dig­keit nach unten. Der lange Arm schleu­dert das Geschoss in der Schlinge nach oben. Die Schlinge ist so kon­stru­iert, dass sie den Stein in der Luft „frei­las­sen“ kann, damit er sei­nem Ziel ent­ge­gen­flie­gen kann.

Gra­bung auf der Wys­burg. Diese Bli­den konn­ten bis zu 81kg wie­gen und flo­gen von einem benach­bar­ten Hügel ca. 300m weit, bevor sie an der west­li­chen Ring­mauer ein­schlu­gen.

Mit­mach-Tipp – Phy­sik
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