Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, 14.08.2017

Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens feiert 125-jähriges Jubiläum

Ende August begeht das Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens ein ganz besonderes Jubiläum. Vor 125 Jahren wurden mit dem Einzug des „Naturwissenschaftlichen Museums Weimar“ in das so genannte Posecksche Haus die Grundlagen für das jetzige Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens gelegt.
Aus diesem Anlass laden wir interessierte Besucher am 28. und 29. August zu freiem Eintritt in die Dauerausstellung, Sonderführungen und einem öffentlichen Festvortrag zu 125 Jahren archäologischer Forschung im Poseckschen Haus ein.

Die Geschichte des Museums reicht in das Jahr 1889 zurück. Damals wollten engagierte Weimarer ihre umfangreichen Sammlungen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Das seinerzeit am Herderplatz eingerichtete Museum erlangte schnell so große Beliebtheit, dass die Bestände bereits drei Jahre später in das Posecksche Stadtpalais umziehen mussten.

Die Funde des frühen Neandertalers aus Ehringsdorf, seiner Werkzeuge und seiner Jagdbeute brachten dem seit 1903 städtischen Museum überregionale Bekanntheit. Großes Aufsehen erregten auch die kostbaren Funde aus den 1913 entdeckten germanischen Fürstengräbern von Haßleben. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Museum zu einem archäologischen Forschungsinstitut von internationalem Rang, das seit 1953 als Museum für Ur- und Frühgeschichte für ganz Thüringen zuständig ist.

Heute umfasst die Sammlung ca. 300.000 Inventareinheiten mit mehreren Millionen Objekten aus dem gesamten Land. Darunter solche von internationaler Bedeutung wie die altsteinzeitlichen Funde von Bilzingsleben, die Funde vom größten Gräberfeld der frühen Jungsteinzeit bei Wandersleben oder aus den bronzezeitlichen Kulthöhlen bei Bad Frankenhausen. Fundstücke einer der nördlichsten keltischen Stadtanlagen auf der Steinsburg bei Römhild, aus dem bisher einzigen römischen Marschlager östlich des Wesergebietes in Hachelbich, aus den reichen Gräberfeldern des Thüringer Königreiches von Kaltenwestheim, Gispersleben und Weimar oder der in der Alten Synagoge Erfurt präsentierte Schatzfund zählen ebenfalls dazu.

Bei der Gestaltung der Dauerausstellung legte man bereits in den 1950er Jahren großen Wert auf Anschaulichkeit. Diese Tradition führte 1999 auch die Neugestaltung des heute zum Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie gehörenden Museums fort, das jährlich ca. 20.000 Besucher anzieht. Auf etwa 800 m² Ausstellungsfläche wird derzeit die frühe Landesgeschichte Thüringens mit ungefähr 3.000 Originalfunden, Modellen, detailgetreuen Zeichnungen und lebensgroßen Rekonstruktionen präsentiert.

Näheres zu den Sonderführungen und zum Festvortrag erfahren Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Ansprechpartner:
Dr. Diethard Walter, Leiter des Fachbereiches Archäologisches Landesmuseum
Tel. 03643 – 818 344
diethard.walter@tlda.thueringen.de