Bronzezeit 2.200 bis ca. 700 Jahre v. Chr.

Bronzeguss in

Bronzeguss in „verlorener“ Form (Rekonstruktion), Bild: Artus Atelier

Bronze – ein neuer Werkstoff schreibt Menschheitsgeschichte

Prächtig glänzender Schmuck, bronzene Waffen, ganze Schatzdepots – das ALT präsentiert den neuen Reichtum einer ganzen Epoche!
Geräte aus Stein, Knochen und Holz waren auch nach der Jungsteinzeit bei den Bauern und Viehzüchtern noch lange gebräuchlich. Seit etwa 2.200 v. Chr. hielt jedoch, aus dem östlichen Mittelmeerraum kommend, ein neuer Werkstoff Einzug, die Bronze. Zusammengesetzt aus Kupfer und vorwiegend Zinn war sie optimal hart, aber auch elastisch. Zunächst vor allem für repräsentativen Schmuck verwendet, verbesserte sie auch Erntegeräte und revolutionierte die Waffentechnik. Vor allem im Harzvorland sind meisterliche Kenntnisse in der Gewinnung der Bronze, dem Bronzeguss und der Schmiedetechnik zu beobachten.

Mit dem „Know How“ der Bronzemetallurgie bildeten sich in der frühen Bronzezeit (2.200 – 1.600 v. Chr.) in Siedlungsgebieten Mitteldeutschlands kulturelle Gemeinsamkeiten heraus. Die Archäologische Forschung bezeichnet sie nach einem Fundort bei Prag als Aunjetitzer Kultur. Ähnlichkeiten bestanden im Bestattungsritus, den sogenannten „Hockergräbern“, oder vergleichbaren Keramikformen. Zwar war die Aunjetitzer Kultur mit Siedlungsgebieten auf den Lößböden des Thüringer Beckens vorherrschend bäuerlich geprägt. Doch blühender Bronzehandel und Metallhandwerk begünstigten auch beeindruckenden Reichtum: Es bildete sich eine Elite in der Gesellschaft, die ihre Toten unter Grabhügeln bestattete, zum Beispiel den Bronzefürsten von Leubingen (Lkr. Sömmerda).

Im Verlauf der mittleren Bronzezeit (1600 bis 1200 v. Chr.) setzt sich europaweit die Bronzemetallurgie durch. Anhand der Verbreitung von Bronzegegenständen kann auf ein weites Handelsnetz und kulturelle Übereinstimmungen geschlossen werden. Überregional ist ein Wandel in der Bestattungssitte erkennbar. Die Toten werden nun – auffällig insbesondere südlich des Thüringer Waldes – in gestreckter Lage und in voller Tracht unter Grabhügeln aus Erde und Steinen beigesetzt. Daher spricht man auch von der Hügelgräberbronzezeit.

Aus Südosteuropa verbreiteten sich in der späten Bronzezeit (1.200 – 700 v. Chr.) in Thüringen neue geistige und kulturelle Strömungen. Vorherrschend wird nun die Sitte, die Toten zu verbrennen und in Urnen auf Friedhöfen zu bestatten. In der Archäologie wird von der Urnenfelderkultur gesprochen. Auch setzt sich neues keramisches und bronzenes Formengut durch. Anregungen dazu kamen aus dem Mittelmeerraum. Dort hatten kriegerische Auseinandersetzungen in der antiken Welt auch zu neuen Kampftechniken geführt. Schwert und Lanze, Helm, Rüstung und Schild waren als Angriffs- und Verteidigungswaffen verbreitet. In Thüringen kennen wir sie aus sogenannten Hortfunden.

Eine bewegte und krisenreiche Zeit, für die in Thüringen archäologisch befestigte Höhensiedlungen, zum Beispiel die Bergsiedlung auf dem Jenzig bei Jena, und zahlreiche Bronzehorte nachgewiesen werden konnten.

Besondere Fundstücke