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Abendvortrag – „Zwischen Imitation und Innovation – Münzprägung und Geldwirtschaft in den Westgotenreichen von Toulouse und Toledo (418–714) “

Wann:
10. Oktober 2017 um 19:30 – 21:00
2017-10-10T19:30:00+02:00
2017-10-10T21:00:00+02:00
Wo:
Museum Für Ur- und Frühgeschichte Thüringens (Vortragssaal)
Humboldtstraße 11
99423 Weimar
Deutschland
Preis:
Kostenlos

Zwischen Imitation und Innovation – Münzprägung und Geldwirtschaft in den Westgotenreichen von Toulouse und Toledo (418–714)

Refe­rent : Dr. Sebas­tian Stein­bach, Osna­brück

2016 konnte bei den Frei­le­gungs­ar­bei­ten des „Herrn von Boil­städt“ eine West­go­ti­sche Münze bei dem mit­tel­deut­schen Krie­ger­be­gräb­nis gebor­gen wer­den. Im Rah­men unse­rer Abend­vor­träge gehen wir daher der Frage nach Mün­zen aus dem West­go­ten­reich nach.

Unter dem West­go­ten­kö­nig Leo­vi­gild (568–586) fand eines der bedeu­tends­ten Ereig­nisse der völ­ker­wan­de­rungs­zeit­li­chen Münz­ge­schichte statt : Die end­gül­tige Los­lö­sung von der anony­men („pseudo-impe­ria­len“) Prä­gung zuguns­ten eines in Münz­bild und Umschrift eigen­stän­di­gen („natio­na­li­sier­ten“) Münz­we­sens im Namen und mit dem Bild des jewei­li­gen Herr­schers.

Dr. Sebas­tian Stein­bach ver­folgt in sei­nem Vor­trag die Ent­wick­lung des west­go­ti­schen Münz- und Geld­we­sens von den ers­ten Prä­gun­gen im gal­li­schen Regnum Tolosa­num bis zum Unter­gang des his­pa­ni­schen Regnum Tole­ta­num nach der Erobe­rung durch die Mus­lime (ca. 418–711/714). Dabei die Frage im Mit­tel­punkt, was Mün­zen über die eth­ni­sche Iden­ti­tät eines bar­ba­risch-ger­ma­ni­schen König­rei­ches der Völ­ker­wan­de­rungs­zeit sowie die Herr­schafts­or­ga­ni­sa­tion und Wirt­schafts­ge­schichte zwi­schen Spät­an­tike und Früh­mit­tel­al­ter aus­sa­gen kön­nen. Dar­über hin­aus wird ein anschau­li­cher Ein­blick in die Bestim­mung und Beschrei­bung west­go­ti­scher Mün­zen sowie deren For­schungs­ge­schichte gege­ben wer­den.

Reste einer Kirchenarchitektur in der Landschaft

Neben den zahl­reich über­lie­fer­ten Mün­zen sind es vor allem Schmuck­ge­gen­stände wie die Votiv­kro­nen aus dem Schatz­fund von Guar­ra­zar oder einige Archi­tek­tur­über­reste – wie die hier abge­bil­dete Kir­che Santa María de Quin­ta­nilla de las Viñas –, die Zeug­nis von der west­go­ti­schen Ver­gan­gen­heit der ibe­ri­schen Halb­in­sel able­gen (Foto : S. Stein­bach)

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